Wie alles begann ...

Nach der Kampagne im Jahre 1989 - die Strapazen der Saison steckten noch allen in den Knochen - trafen sich der damalige "GMD" (Generalmusikdirektor) der Schlabbedengla und der "Präsi" der Transpiratio im "Dürre Ascht" (wo denn auch sonst), um gemeinsam die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen. Im Laufe des Gespräches kam man auch auf das Thema "Monsterkonzert", da beide Gruppen schon öfter an solchen Veranstaltungen teilgenommen hatten und schnell stellte man sich die entscheidende Frage, wieso man soetwas nicht auch einmal in Bruchsal ausprobieren sollte - immerhin zählte man damals schon vier Guggen in der näheren Umgebung.

Da selbst keine umwerfende Erfahrungen mit Großveranstaltungen solcher Art vorhanden waren, setzte man sich mit Leuten in Verbindung, die über eine solche in reichlichem Maße verfügten, nämlich dem Brus'ler KBF und der GRO KA GE.

In den ersten Treffen ging es zunächst darum, welche Örtlichkeit sich für ein solches "Happening" eignen würde. Aus den Erkenntnissen, die die Schlabbedengla 1988 auf dem von ihnen organisierten "Kloschtergassefescht" gewonnen hatten, schloss man messerscharf, dass irgendein Hinterhof rein platzmäßig der Sache nicht gerecht werden würde. Also blieb nur der kurz vorher eingeweihte "Rote Platz" (Rathausvorplatz) übrig und gegen die Erwartung aller Beteiligten wurde dies sogar von der Stadt genehmigt.

Nachdem nun alle Formalitäten erledigt waren, ging es an das eigentliche Organisieren. Zunächst mussten noch weitere Gruppen eingeladen werden. Der glückliche Umstand, dass am nächsten Tag der Bruchsaler Fastnachtsumzug stattfand, brachte den Vorteil mit, dass sich drei weitere Guggemusiken aus der Schweiz zusätzlich zu den hiesigen am Monsterkonzert beteiligen wollten. Weiterhin musste eine Bühne besorgt werden, sowie Licht. Ton, Verpflegung usw. Jedoch durch die tatkräftige Unterstützung der Stadt Bruchsal, des THW, des DRK, der Landmiliz, der Holzlumpengruppe und etlicher freiwilligen Helfer erwies sich dies alles als kein größeres Problem, so dass der Durchführung einer ursprünglichen Stammtischidee nichts mehr im Weg stand.

Am 17. Februar 1990 war es dann soweit. Um 14.00 Uhr trafen sich die ganzen Musiker zunächst im "Graf Kuno", um sich reichlich Eintopf zu Gemüte zu führen oder irgendwie anders dem (verständlichen) Lampenfieber vorzubeugen. Punkt 17.11 Uhr fiel dann aus der Kanone der Landmiliz der Startschuss zum ersten Bruchsaler Monsterkonzert und mit ohrenbetäubendem Getöse bewegte sich der Tross der Guggenmusiker auf den mit 7000 Schaulustigen bevölkerten "Roten Platz". Dort traten dann -moderiert von Winfried Bartsch- nacheinander die Forlebuzzel-Zunft (Hambrücken), die Do-Re-Miau (Zug/CH), das Trio Bassaia (Zug/CH), die Multisymphoniker (Züri/CH), die Transpiratio und die Schlabbedengla auf die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten, um ihre Missklänge zu verbreiten.

Seitdem findet jährlich das Monsterkonzert, einen Tag vor dem Bruchsaler Fasnachtsumzug statt. In den Jahren 1988 und 1991 musste das Monsterkonzert abgesagt werden, einmal wegen dem Ableben von Adolf Bieringer und zum zweiten wegen dem damalig geführten Golfkrieg.

Im Folgenden möchten die Veranstalter den einzelnen Gruppen Gelegenheit geben, sich selbst vorzustellen. Sicherlich ist es auch mal für den "guggemusikalischen Laien" interessant. etwas über die Hintergründe der einzelnen Guggen, ihre Geschichte, ihre Musik und ihre Eigenheiten zu erfahren, denn keine ist wie die andere.

So bleibt an dieser Stelle den Veranstaltern nichts anderes mehr, als allen Zuschauern viel Vergnügen und den Musikern viel Erfolg zu wünschen.